Verwertungsverfahren im SchKG
Einleitung des Verwertungsverfahrens durch Mitteilung des Verwertungsbegehrens
Nachdem Vermögenswerte beim Pfändungsvollzug gepfändet worden sind, die FristenExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. zur Stellung des Verwertungsbegehrens (steht in der Regel auf dem Deckblatt der Pfändungsurkunde) eingehalten, kann der Gläubiger die Veräusserung der Gegenstände und die Bezahlung der betriebenen Schulden und Betreibungskosten verlangen. Analog dem Betreibungsbegehren und dem Fortsetzungsbegehren gilt auch hier: Der Gläubiger muss das weitere Verfahren in Gang halten, indem er das Verwertungsbegehren stellt (Ausnahme: bei einer ausschliesslichen Lohnpfändung ist das Verwertungsbegehren nicht nötig. Ist der Arbeitgeber jedoch mit der Zahlung von Lohnquoten in Verzug, so kann die Verwertung der Ausstände innert 15 Monaten ab Vollzugsdatum verlangt werden). Das entsprechende Formular zur Stellung des Verwertungsbegehrens finden Sie hierExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet..
Innerhalb einer Pfändungsgruppe kann jeder einzelne Gläubiger unabhängig von den anderen die Verwertung verlangen. Das Betreibungsamt verlangt daraufhin vom Gläubiger – je nach zu verwertenden Aktiven und zeitlichem Aufwand – einen angemessenen KostenvorschussExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.. An dem Verwertungserlös bzw. der VerteilungExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. nehmen alle Gläubiger teil, also auch diejenigen, die kein Verwertungsbegehren gestellt haben (Art. 117 SchKGExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.). Der Schuldner selber kann auf Antrag die vorzeitige VerwertungExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. verlangen, selbst wenn die Gläubiger dazu noch nicht berechtigt sind, das Betreibungsamt unter den Bedingungen gemäss Art. 124 Abs. 2 SchKGExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.. Bei Grundstücken ist jeweils die ZustimmungExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. sämtlicher betroffener Pfändungs- und Grundpfandgläubiger einzuholen.
Der Eingang des Verwertungsbegehrens ist beim Betreibungsamt zu protokollieren und dem Schuldner unverzüglichExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. eine schriftliche Mitteilung zu erlassen. Werden die gesetzlichen FristenExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. zur Stellung des Verwertungsbegehrens nicht eingehalten, fällt die Betreibung dahin und allfällige Verfügungsbeschränkungen oder andere Sicherungsmassnahmen werden aufgehoben. Dem Gläubiger wird demzufolge auch kein VerlustscheinExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. ausgestellt. Sofern absehbar ist, dass die Verwertungskosten einen Steigerungserlös kaum decken, hat der Gläubiger die Möglichkeit und / oder wird vom Betreibungsamt darauf hingewiesen im Sinne von Art. 127 SchKGExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. von der Verwertung abzusehen und sich den VerlustscheinExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. ausstellen zu lassen.
Verwertungsaufschub durch Abschlagszahlungen
Der zahlungswillige Schuldner kann den Aufschub der Verwertung verlangen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind (Art. 123 SchKGExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.):
- Der Schuldner hat glaubhaft zu machen, die Forderung ratenweise tilgen zu können,
- die Verpflichtung zur monatlichen und angemessenen Abzahlung (siehe nachfolgend auch Dauer des Aufschubes),
- die sofortige Zahlung, inklusive bisherige Verwertungskosten, der 1. Rate.
Das Betreibungsamt setzt die Anzahl Raten sowie deren Höhe und Fälligkeit nach seinem freiem Ermessen fest. Es hat dabei, gemäss Art. 123 Abs. 3 SchKGExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet., sowohl die Interessen des Schuldners wie auch die des Gläubigers mit zu berücksichtigen. Das Betreibungsamt kann diese beschwerdefähige VerfügungExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. (betreffend AbschlagszahlungExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. umgehende Mitteilung auch an den Gläubiger), wenn es die Umstände erfordern, jederzeit ändern. Ist der Schuldner mit einer Abschlagszahlung in Verzug, unabhängig vom Grund des Verzugs, fällt der Aufschub dahin. Die Gewährung einer erneuten Aufschubsbewilligung an den Schuldner ist dann nicht mehr möglich.
Für die vollumfängliche Bezahlung der Gläubigerforderung besteht die zeitliche BegrenzungExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. der Dauer des Aufschubs von höchstens 12 Monaten. Maximal 6 Monate für Forderungen der 1. Klasse nach Art. 219 SchKGExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. (z.B. Lohnforderungen, Unfallversicherungs- und gewisse Vorsorgeansprüche oder periodische Unterhaltsbeiträge).
Verwertung bei einer Lohnpfändung
Werden während der Einkommenspfändung sämtliche Gläubiger befriedigt, so erstellt das Betreibungsamt eine Schlussabrechnung und verteilt den Erlös den Gläubigern. Resultiert nach abgelaufener Einkommenspfändung (Dauer von einem Jahr seit dem Vollzugsdatum) keine volle Deckung so erstellt das Betreibungsamt einen Kollokationsplan und die Verteilungsliste (Art. 146 - 148 SchKGExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.) und der Gläubiger erhält für den ungedeckt gebliebenen Betrag einen VerlustscheinExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.. Die Einkommenspfändung ist heute das gängigste Mittel zur Bezahlung der Schulden.
Rangordnung der Gläubiger im Verwertungs- / verteilungsverfahren (Kollokationsplan)
Im besten Fall reicht der Erlös zur Deckung aller Schulden aus. Jeder Gläubiger erhält dann die Forderung samt den laufenden Zinsen und den vorgeschossenen Betreibungskosten vergütet. Können aus dem Verwertungserlös nicht alle Gläubiger vollumfänglich befriedigt werden, so stellt das Betreibungsamt einen sogennanten Kollokationsplan (= Verteilungsplan) auf (Art. 146 SchKGExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.). Darin sind alle Gläubiger, die an einer Betreibung beteiligt sind, mit ihren Forderungen und den prozentuell zukommenden Anteilen am Verwertungserlös aufgeführt. Doch nicht alle Gläubiger einer Pfändungsgruppe werden gleich behandelt. Das SchKG kennt priviligierte Forderungen, die zuerst befriedigt werden müssen (Rangordnung der Gläubiger; Art. 219 SchKGExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.).
Arten der Verwertung
Die am häufigsten vorkommenden Arten der Versilberung von Pfändungssubstrat, wie auch bei Faust- und Grundpfandverwertungen, sind die öffentliche VersteigerungExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. und der FreihandverkaufExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet..
Zusätzliche Informationen finden Sie auch unter dem Thema Faustpfand- und Grundpfandverwertungen. Bei der Verwertung eines Grundstückes im Gesamteigentum sind im Pfändungsverfahren die Vorschriften der VO über die Pfändung und Verwertung von Anteilen an Gemeinschaftsvermögen (VVAGExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.) massgebend.
Informationen zur Einleitung einer Betreibung finden Sie hier.
Informationen zur Fortsetzung einer Betreibung finden Sie hier.
Informationen zu den Strafbestimmungen zum SchKG finden Sie hier.
Versteigerungen Fahrnis im Kanton Zürich: Entnehmen Sie die - in der Regel - wöchentlichen Steigerungsdaten und die zu ersteigernden Gegenstände (inklusive Vorschau, meist mit Fotos) hierExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet..
Aktuelle Grundstückverwertungen im Kanton Zürich: Entnehmen Sie die aktuell anstehenden Grundpfandverwertungen der Betreibungsämter des Kantons Zürich hierExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet..
Zugehörige Objekte
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| Bestatigung_Verlust_Originalverlustschein_-_Mustertext_fur_Duplikat.pdf (PDF, 70 kB) | Download | 0 | Bestatigung_Verlust_Originalverlustschein_-_Mustertext_fur_Duplikat.pdf |
| PC-Konto_und_IBAN-Nr_fuer_Zahlungsueberweisung.pdf (PDF, 172 kB) | Download | 1 | PC-Konto_und_IBAN-Nr_fuer_Zahlungsueberweisung.pdf |
| Name | Telefon | Kontakt |
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| Betreibungs- und Stadtammannamt | +41 44 801 67 70 | Kontaktformular |
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